„Wir brauchen dis“

Wir hören und lesen so oft, dass sich Leute im Geheimen oder ganz offen wünschen, ländlicher zu leben. Ein neues Leben zu starten, weiter weg von Wohnung, Büro und Fernseher und näher dran an frischer Luft, Garten, mehr Bewegung, eventuell auch Tieren. Aber die Angst vor der beruflichen und sozialen Unsicherheit, gerade auf dem Land, lässt sich eben schwer verdrängen. Da hilft alle Nostalgie nichts.

Wenn es euch auch so geht, dann hoffe ich, dass euch meine Erfahrungen vielleicht ein bisschen Mut machen können. Denn es gibt in vielen Regionen Deutschlands Agenturen, Vereine und Initiativen, die Menschen dabei helfen, sich dort niederzulassen. Die kreativ und gut drauf sind. In der Region Elbe-Elster in Brandenburg ist das neben der Arbeitsagentur (zu der ich übrigens auch einen äußerst netten Kontakt hatte, danke für die vielen unkomplizierten Infos und Tipps!) vor allem die Initiative „Comeback Elbe-Elster„. Hier findet ihr deren Facebook Seite.

Sie, und vor allem ihre Initiatorin Stephanie Auras hat uns nämlich geholfen, den Sprung zu schaffen, ohne in Zweifeln à la „Arbeitslosigkeit in Brandenburg“ zu versinken. Davon hatten wir anfänglich einige, schließlich lassen wir hier ziemlich viel (Wohlstand) zurück und wollen unserem kleinen Hinterwäldler auch die nächsten Jahre über ein möglichst schönes Aufwachsen bieten. An manchen Abenden fiel das Einschlafen daher schwer. Das ist zum Glück schon überstanden, obwohl wir noch nicht mal umgezogen sind! Kein Untergang also.

Kein Untergang: Thomas Scholz / pixelio.de
Kein Untergang: Thomas Scholz / pixelio.de

Comeback Elbe-Elster will Rückkehrwillige, Pendler, Zuzügler und Jobwechsler dabei unterstützen, in der Region ein neues und gutes Zuhause zu finden. Zu meinem großen Glück tut sie das ganz locker und unkompliziert, sowohl vor Ort in einem Pop-Up Store als auch international über’s Telefon. Nach einer kurzen Email meinerseits gab es ein nettes Kennenlerngespräch am Telefon. Und schwupps, wenige Wochen später, bekam ich eine Mail von ihr mit einem kurzen aber entscheidenden PS: „Ich habe dein Profil mal an […] weitergeleitet. Sie ist begeistert. Kannst dich gerne mal dort initiativ bewerben, wenn du Zeit hast. Ein tolles innovatives Unternehmen!

Ich mache es kurz: eine Bewerbung, ein Gespräch, eine großartige Stelle bekommen. Sie passt wie die Faust auf’s Auge. Ich meine, in BRANDENBURG. In einer relativ ländlichen Gegend. Soll das ein Traum sein??

So fühlt sich das ganze seitdem an. Wie ein komischer Traum, in dem plötzlich alles unverhofft an seinen Platz gefallen ist. Und deswegen möchte ich einfach nur mal DANKE sagen.

Neuerdings gibt es es übrigens sogar einen Rückkehrer-Song von Tiaz für die Region, „Wir brauchen dis“. Es ist ein Song- und Videoprojekt , das im Rahmen des LEADER-Vorhabens „Willkommen – Ankommen – Bleiben: Lebendiges Elbe-Elster“ entstanden ist. Der Projektträger Verein „Generationen gehen gemeinsam“ (G3), die Rückkehrerinitiative Comeback Elbe-Elster und Rückkehrer Mathias Marschel (TIAZ) widmen das Lied allen Heimatverbundenen. Gemeinsam werben sie für die lebenswerte Region Elbe-Elster und möchten auf das Potential der Rückkehrer aufmerksam machen. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und des Landes Brandenburg unterstützt.

 

Artikelbild: „Spreewaldleben“ von Horst Schröder  / pixelio.de

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.