Stricken für Anfänger: wider den Schalzwang!

Es gibt viele Wege, seine eigene Kleidung herzustellen. Man kann sie nähen (wie zum Beispiel hier oder hier), weben, häkeln, knüpfen, filzen oder – stricken. Während das Nähen oder Weben einer nicht ganz billigen Ausrüstung bedürfen, braucht es für’s Stricken nichts als ein paar Nadeln und Wolle. Und ein bisschen Elan.

Aller Anfang ist trotzdem nicht ganz einfach. Zum Glück gibt es fantastische Bücher, mit deren Hilfe man das Stricken erlernen kann. Ich zum Beispiel bin strahlende Besitzerin der Bücher 1×1 Stricken. Das große Einsteigerbuch mit tollen Modellen (Frechverlag 2009) und Die große Strickschule. Von Anschlag bis Zusammennähen (Bassermann Verlag 2007). Beide Bücher kann ich wärmstens empfehlen, da ich wirklich kein großes Naturtalent bin und trotzdem alles verstanden habe. Daneben ist Youtube ein Retter in der Not. Dort gibt es Erklärungen zu fast allen Strickkunststückchen.

Irgendwo muss man aber eben beginnen, das Stricken zu üben. Und deswegen richtet sich dieser Artikel an Strickanfänger wie mich. Anfänger, die zwar Lust haben, das Stricken zu erlernen, die es aber satt haben, die vierte Mütze oder den achten Schal zu stricken. Wider den Schalzwang! Und kommt mir nicht mit Pulswärmern.

Ich möchte hier eine „Anleitung“ für einen Poncho veröffentlichen, für den man nichts können muss als:

  • Maschenanschlag (das Aufnehmen von Maschen auf die Nadel, um loslegen zu können)
  • rechte Maschen stricken
  • zwei Strickstücke zusammennähen (oder -stricken) und
  • Abketten (das Loswerden der Maschen von der Nadel).

Das war’s.

Für den Poncho, den ihr rechts im Bild seht, braucht ihr Rechtecke, die jeweils circa 80cm lang und 50-60cm breit sind. Ich sage „circa“, weil die Strickstücke liegend oft weniger lang/breit sind als hängend. Hängende Wolle streckt sich oft, je nachdem, wie dick und schwer sie ist. Probiert am besten aus, was bei euch am besten aussieht.

Das Wichtigste ist, dass beide Stücke gleich groß sind.

Wie viele Maschen ihr für diese Angaben auf eure Nadel aufnehmen müsst, hängt ganz von eurer Wolle und Nadelstärke ab. Haltet euch für den Anfang einfach an die Empfehlung auf eurem Wollknäul.

Strickt eure Rechtecke nur mit rechten Maschen. Das ist einfach, geht schnell und euer Poncho rollt sich dabei nicht zusammen. Geübte können nebenbei bequem Fernseh gucken, ohne ihr Muster zu versauen.

Habt ihr die Rechtecke fertig gestrickt, näht ihr sie wie auf der rechten Grafik gezeigt zusammen. Falls ihr euch nicht vorstellen könnt, wie daraus ein Poncho werden soll, kann ein kleines Papiermodell helfen.

Ja, und das war es dann auch schon! Wenn ihr möchtet, könnt ihr am Kragen und am Saum noch einmal rundherum stricken, um die Ränder schön glatt und einheitlich zu gestalten.

 

 

Dafür tut ihr folgendes: Schiebt eure Stricknadeln durch die Randmaschen eures Strickstücks. Es soll aussehen, als ob ihr“normale“ Maschen auf der Nadel hättet. Undgefähr wie rechts auf dem Bild.

Dann nehmt ihr euch wieder ein Wollknäul zur Hand und strickt, als wäre nichts gewesen. Strickt immer eine Masche rechts und die nächsten zwei Maschen rechts zusammen. Danach habt ihr zwei Maschen auf der rechten Nadel. Schiebt diese wieder zurück auf die linke Nadel und fangt von vorne an: eine Masche rechts, danach zwei Maschen rechts zusammenstricken. Beide entstandenen Maschen zurück auf die linke Nadel schieben. Und so weiter und so fort, einmal ringsherum.

Am Ende ist es euch überlassen, ob ihr euren Poncho so lasst oder ihn noch mit Knöpfen, Fibeln, Kunstnähten oder ähnlichem verziert. Hauptsache, ihr seid stolz :)

 

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