Sprossen züchten – die beliebtesten Keimsaaten

Gastbeitrag von: Michael Brandt

In einem vorherigen Artikel sind wir auf die verschiedenen Keimmethoden eingegangen. Doch ohne die nötigen Keimsaaten können wir natürlich keine Sprossen ziehen. Da es eine Vielzahl von Saaten zur Sprossenzucht gibt, gehen wir hier auf die beliebtesten und bekanntesten ein.

Die Keimsaaten

Das Sprossengemüse jeder Keimsaat unterscheidet sich nicht nur in Geschmack und Aussehen. Auch verlangen die Samen unterschiedliche Anbaubedingungen. Generell kann man sagen, dass alle Saaten zweimal täglich mit frischem Wasser versorgt werden sollten. Dies versorgt die Samen mit der nötigen Flüssigkeit und spült zudem unerwünschte Keime fort.

Die Anbauzeit und die Einweichdauer hingegen sind bei jeder Keimsaat unterschiedlich. Manche müssen nicht eingeweicht werden, wogegen andere erst nach mehreren Stunden aus ihrer Samenruhe erwachen.

Kresse – bekannt aus jungen Jahren

Kresse

Kresse ist vielen ein Begriff. Als Kind spielerisch angebaut, verliert sie nach dem Kindergarten schnell wieder an Aufmerksamkeit. Zu unrecht, denn dieses Sprossengemüse kann das ganze Jahr angebaut werden und den Speiseplan schmackhaft ergänzen.

Wer gerne mit seinen Kindern den Anbau von Kresse versuchen möchte, kann mit diesem Kresse-Experiment für Kinder den ersten Versuch wagen. So lernen die Kinder spielerisch ein wenig mehr über das Wachstum der Pflanzen.

Der Anbau ist besonders einfach. Die Kresse kann direkt in das Keimgerät gegeben oder auf Watte herangezogen werden. Ein Einweichen ist bei dieser Keimsaat nicht nötig. Bereits nach 6 Tagen hat sich ein stattliches Grün entwickelt, dass besonders belegte Brote bereichert. Doch auch in Salaten kann es für eine milde Schärfe sorgen.

Sojasprossen und die Mungobohne

Sojasprossen dürfen in keinem chinesischen Gericht fehlen. Schaut man sich jedoch die ungekeimten, trockenen Sojabohnen an, fällt schnell auf, dass diese wesentlich größer als die bekannten Sprossen sind.

Dies liegt daran, dass üblicherweise die Sprossen der Mungobohne als „Sojasprossen“ eingesetzt werden. Da diese auch grüne Soja genannt werden, ist der Name Sojasprossen generell nicht falsch. Die getrockneten Sojabohnen für den heimischen Sprossenanbau werden aber meist von der echten Soja-Pflanze gewonnen, der gelben Soja. Letztere sind jedoch nur sehr langsam in der Keimung, sodass sich die Mungobohne für den gewerblichen Einsatz durchgesetzt hat.

Für den eigenen Anbau kann man beide Arten verwenden. Allerdings keimt die Mungobohne um einiges schneller und kann gut als Ersatz für die Sojasprosse dienen, da sie ihr im Geschmack ähnelt. Damit die Mungobohne keimt, sollte diese zunächst 12 Stunden in Wasser eingeweicht werden. Anschließend regelmäßig wässern und nach vier bis fünf Tagen verzehren.

Die Mungobohne sollte jedoch nicht länger als fünf Tage keimen. Denn je länger sie wächst, umso bitterer wird diese. Da Bohnen nicht so leicht zu verdauen sind, sollte sie möglichst gekocht zubereitet werden. Sie kann bestens Currys oder andere asiatische Gerichte ergänzen.

Radieschensprossen – für mehr Schärfe

Radieschensprossen

Bei Radieschen denkt man sicherlich an kleine, rote Knollen. Doch auch in einem früheren Stadium sind diese essbar. Der Vorteil der Radieschensprossen ist jedoch, dass diese bei der gleichen Menge, mehr Nährstoffe bieten. So ist der Gehalt an Vitamin B3 (Niacin) im Verhältnis zum ausgewachsenen Gemüse 11-mal so hoch.

Doch nicht nur der Nährstoffgehalt ist ausschlaggebend für dieses Sprossengemüse. Die bekannte rote Farbe findet sich auch in den Sprossen wieder. Diese kann zahlreiche Gerichte dekorieren und auch für das optische Wohl sorgen.

Die Radieschen-Keimsaat sollte 12 Stunden eingeweicht werden, bevor diese im Keimglas oder Keimgerät wachsen soll. Möchte man die Radieschen als angekeimte Sprossen verwenden, können diese bereits nach 3 Tagen geerntet werden. Hier eigenen sich besonders Keimgläser. Möchte man lieber Grünkraut ziehen, sollte man diese in ein Keimgerät geben. Nach 10 Tagen haben diese einen langen, roten Stängel und grün-rote Blättchen. Diese haben nicht nur den scharfen Geschmack der Radieschen, sondern sehen zudem lecker aus.

Radieschensprossen neigen besonders stark zu Faserwurzeln. Dies sind kleine, weiße Fäden die aus den Wurzeln heraus kommen. Dies ist ganz normal und sollte nicht mit Schimmel verwechselt werden.

Faserwurzeln

Solltest du dir weiterhin unsicher mit deinem Anbau sein, findest du hier mehr Fotos von Sprossen mit Schimmel.

Weizen, Bohnen und anderes Getreide

Auch handelsübliche Getreidekörner und Bohnen können dazu genutzt werden, Sprossen zu ziehen. Man könnte sogar meinen, dass besonders diese sehr beliebt seien. Denn der angesprossene Weizen, auch Mälz genannt, wird zur Herstellung von Bier genutzt. Bei der Herstellung von Sprossen wollen wir jedoch kein Getränk daraus machen.

Die Weizenkörner können direkt in das Keimglas gefüllt werden. Das Glas mit Wasser füllen und diese 12 Stunden einweichen lassen. Danach das Wasser abschütten und zweimal täglich kurz mit Wasser durchspülen. Nach drei Tagen sind die Weizensprossen fertig und können süße Desserts sowie Salate verzieren und bereichern.

Weizensprossen
Bohnen-Allerlei

Mit welchen Sprossen anfangen?

Die oben beschriebenen Keimsaaten bzw. Sprossengemüse sind nur ein kleiner Teil der möglich zu züchtenden Sprossen. Die oben beschriebenen Sprossen haben keine besonderen Anforderungen an die Aufzucht und können so bedenkenlos als ersten eigene Sprossen herangezogen werden.

Generell empfiehlt es sich, Getreide, Bohnen und Reis vor dem Benutzen einzuweichen. Dazu einfach die Körner in eine Schale mit Wasser über Nacht stehen lassen. Dies macht die Körner bekömmlicher und nährstoffreicher. Durch den Keimvorgang wird dies nochmals verstärkt.

Ganz gleich mit welcher Art von Sprossen Du anfangen möchtest, wünschen wir Dir viel Erfolg und Freude am Sprossenbau!

 

Dies war ein Gastbeitrag von Michael Brandt. Aus einem Hobby heraus entstand seine Webseite www.Sprossen-Keimlinge.de, auf dieser er detailliert Informationen rund um das Thema Sprossen präsentiert, wie auch auf aktuelle Geschehnisse eingeht.

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