Seife selber machen – einfacher als man denkt

Gastbeitrag von: Stefanie

Fast jeder kennt sicher die Seifenstände, die auf diversen Märkten zu finden sind. An einem solchen Marktstand kostet ein Stück handgerührte Naturseife durchschnittlich 5 Euro. Der Preis ist natürlich gerechtfertigt, da es sich bei diesen Naturseifen tatsächlich um hochwertige Produkte handelt, die in reiner Handarbeit entstehen. Für den gleichen Preis kann sich jeder zu Hause aber auch problemlos ein ganzes Kilo Seife herstellen. Dabei macht das Selbermachen auch noch Spaß und man kann alle Zutaten einsetzen, die der Haut am besten bekommen. Daher macht das Selbermachen von Seifen auch bei allergischer Haut, Unverträglichkeiten und schlichtweg dann Sinn, wenn man Wert auf natürliche Kosmetikprodukte legt.

Weitere Vorteile selbst gemachter Seifen

Neben der gezielten Auswahl der Inhaltsstoffe hat eine reine Naturseife außerdem den Vorteil, dass sie einen natürlichen Glyceringehalt hat. Dieser pflegt die Haut und versorgt sie mit Feuchtigkeit. Außerdem sind selbst gemachte Seifen meist mit einem bestimmten Prozentsatz „überfettet“. Das bedeutet, es liegt ein Anteil Fette bzw. Öle vor, die nicht verseift sind. Dieser Fettüberschuss sorgt dafür, dass die Haut beim Waschen nicht austrocknet.

Hafer-, Milch- und Honigseife

Was zu beachten ist

Für die Herstellung von Seifen braucht man erstmal zwei Grundzutaten: verschiedene Fette und Öle sowie eine Lauge. Die Lauge wird üblicherweise aus destilliertem Wasser und NaOH hergestellt. Hierbei ist äußerste Vorsicht geboten, denn Natronlauge wirkt stark ätzend auf die Haut. Aus diesem Grund sollte beim Seifesieden niemals auf Handschuhe und eine Schutzbrille verzichtet werden. Idealerweise trägt man außerdem alte Kleidung oder zumindest eine Schürze, damit später nicht der beste Pullover ruiniert ist. Wichtig ist einfach, vorsichtig zu arbeiten und mit Bedacht an die ersten Siedeversuche heranzugehen. Hat man diese erste „Hürde“ überwunden, wird man schon bald sehr viel Spaß an der Seifenherstellung haben und das neue Hobby bald sicher nicht mehr missen möchten.

Was alles benötigt wird

Die nötigen Zutaten und auch das Equipment sind davon abhängig, wie die spätere Naturseife aussehen soll. Allergiker beispielsweise greifen oft auf unbeduftete und ungefärbte Seifenstücke zurück. Anderen hingegen kann die Seife gar nicht bunt und duftend genug sein. In erster Linie braucht man natürlich diverse Fette, Öle und Wachse, die auch gerne dem eigenen Hauttyp entsprechend ausgesucht werden können. Fettige Haut und Aknehaut profitieren beispielsweise von Traubenkernöl, Babassuöl und auch Mandelöl. Bei empfindlicher und trockener Haut hingegen eignen sich Sheabutter, Avocado- und Olivenöl hervorragend. Wer sich ein wenig über die Eigenschaften der verschiedenen Lipide informiert, kann ganz einfach sehr wirkungsvolle Naturseifen herstellen, die den Hautzustand sichtbar verbessern. Neben den Ölen und Fetten sowie der Lauge können außerdem diverse ätherische Öle, Parfümöle, Kräuter, Säfte, Tonerden, Farben, Obst und vieles, vieles mehr verwendet werden.

Rosenseife

Außerdem benötigt man folgendes Grundequipment:

  • Eine möglichst genaue Küchenwaage
  • Einen Emaille- oder Edelstahltopf
  • Ein feinmaschiges Sieb
  • Einen hitzebeständigen Behälter zum Anrühren der Lauge
  • Einen Stabmixer
  • Auf Wunsch ein Thermometer
  • Rührlöffel, Becher (beispielsweise Joghurtbecher) zum Abwiegen von Zusatzstoffen
  • Seifenformen (Silikonbackformen, aufgeschnittene Getränkekartons, Becher von Frischkäse uvm.)

Es ist empfehlenswert für die Seifenherstellung nur Utensilien zu verwenden, die in der Küche nicht mehr genutzt werden. Man muss für die Seifenherstellung keine neuen Gegenstände kaufen. Wie wäre es zum Beispiel mit Omas altem Emaille-Topf, der ohnehin ungenutzt hinten im Schrank steht?

Heilerdeseife

Beispielrezept für eine Seife

  • 250g Olivenöl
  • 250g Kokosöl
  • 250g Rapsöl
  • 150g Babassuöl
  • 100g Sheabutter
  • NaOH-Menge anhand der gewünschten Überfettung berechnen
  • Weitere Zusätze wie Düfte, Farben, Kräuter usw.

Und so wird die Seife gemacht

Bitte nicht vergessen die Schutzausrüstung anzuziehen. Um Spritzer und Laugenkrümel auf der Arbeitsfläche zu vermeiden, kann der Arbeitsbereich zudem mit alten Zeitungen ausgelegt werden.

  1. Zuerst wird das kalte Wasser in dem Laugenbehälter (hitzebeständig) abgewogen.
  2. Die NaOH-Plättchen werden nun in einem separaten Behälter ausgewogen und dann langsam und vorsichtig zu dem bereits abgewogenen kalten Wasser gegeben. Zwischendurch immer mal wieder umrühren. Bei diesem Arbeitsschritt sind Handschuhe und Schutzbrille Pflicht! Es ist zudem sinnvoll, im Spülbecken zu arbeiten, da etwaige Laugenspritzer einfach beseitigt werden können. Ganz wichtig ist auch: Immer das NaOH zum Wasser geben, nie umgekehrt.
  3. Die angerührte Lauge muss jetzt abkühlen. Man sollte darauf achten, dass die Flüssigkeit außer Reichweite von Kindern, Haustieren und anderen Mitbewohnern steht. Bitte auch darauf achten, dass der Behälter mit der Lauge nicht umkippen kann.
  4. Nun kann man die Schutzausrüstung vorerst entfernen, die festen Fette im Topf abwiegen und auf dem Herd schmelzen. Anschließend nimmt man diese Fettmischung vom Herd und gibt die Öle hinzu. Auch diese Mischung muss nun abkühlen.
  5. In der Zwischenzeit können die weiteren Zutaten wie die ätherischen Öle, Kräuter, Farben usw. abgewogen und bereitgestellt werden.
  6. Wenn Lauge und Fette abgekühlt sind, muss die Schutzausrüstung wieder angezogen werde. Im Anschluss wird die Lauge durch das Sieb zu den Fetten in den Topf gegossen. Jetzt wird die Masse mittels Stabmixer homogen verrührt.
  7. Sobald die Seifenmasse etwas angedickt ist, können die übrigen Bestandteile zugegeben werden.
  8. Das Ganze muss man nun nur noch in die bereitgestellten Seifenformen füllen.
  9. Die Seife kann nach rund 24 Stunden aus der Form geholt werden und muss dann noch etwa 4 Wochen nachreifen, um fest, ergiebig und pflegend zu werden.

 

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