Natron: ein bewährtes Mittel erobert unseren Haushalt

Natron ist, genau wie Essig, eines dieser genialen Hausmittel für die verschiedensten Lebens- und Haushaltslagen. Natron (auch „Natriumbicarbonat“ oder „Natriumhydrogencarbonat“) wäscht und reinigt, wirkt antibakteriell und ist dabei verhältnismäßig umweltschonend, da es schon sehr große Mengen Natron benötigt, um Wasser zu verunreinigen. Bisher nutzen wir Natron zum Reinigen unserer Gärballons für Wein, zum vorsichtigen Waschen von fettiger Wolle und zum Herstellen von Deo. Dabei kann es so viel mehr!

Wie die wahrscheinlich meisten Menschen nutzen wir sowohl die Waschmaschine als auch den Geschirrspüler mehrmals die Woche. Bisher haben wir vielleicht etwas halbherzig versucht, den Einsatz von reizenden und schädlichen Chemikalien in Grenzen zu halten, indem wir zum Beispiel ein auf Natron basierendes Waschmittel gekauft haben. Dessen Preis war zwar auszuhalten. Dennoch frage ich mich, warum wir dann nicht einfach gleich Natron zum Waschen genommen haben?

Natron: Natriumbicarbonat

Zeit, das endlich auszuprobieren. Laut diverser Internet-Foren reicht für die Spülmaschine 1 Teelöffel Natron aus, um sauberes, glänzendes Geschirr zu erhalten. Hier der Test mit 2 gestrichenen Teelöffeln Natron für normal verschmutztes Geschirr, inklusive Töpfe und Pfannen:

Vorher 
Nachher: die Messer und Töpfe blitzen
Test bestanden: die Gläser glänzen

Auch beim Waschen von Kleidung denke ich mir: wenn ich fettige Wolle mit Natron waschen kann, warum dann nicht meine sämtliche Wäsche? Also auf und nachgeschaut:

Kein süßes Blütenmeer, aber luftige Frische konnte ich erschnuppern.

Obwohl sehr viele Blogger, unter anderem Brittany vom Pistacho Project, auf Haarwäsche aus Natron schwören, bin ich kein wirklicher Fan davon. Das in Wasser aufgelöste Pulver schäumt nicht, und die Flüssigkeit lässt sich meiner Meinung nach nicht sehr gut auf dem Kopf verteilen. Da es das Haar quietschend sauber hinterlässt, ist nach der Natron-Haarwäsche eine Spülung mit Essig zu empfehlen. Die wiederum finde ich aber ganz wunderbar.

Was ist Natron überhaupt?

Natron heißt in der Fachsprache „Natriumhydrogencarbonat“ und wird auch „Natriumbicarbonat“ genannt. Oft wird es auch als Backsoda, Speisenatron oder als Speisesoda bezeichnet. Viele kennen es vielleicht noch als „Kaiser Natron: für Küche, Haus und Reise“.

Diese vielen Namen machen es nicht einfach, Natron vom Soda zu unterscheiden, denn Soda ist Natriumcarbonat, also ohne „bi“ in der Mitte. Wo genau nun der Unterschied in der häuslichen Anwendung von Natron und Soda liegt? Wer es weiß, den flehe ich an, uns einen Kommentar zu hinterlassen… die Anwendungsgebiete scheinen sich zu überschneiden, weswegen ich das noch nicht zu 100% verstanden habe.

Was kann Natron sonst noch?

Hier verweise ich auf eine lange Liste auf Wikipedia, um die Sache abzukürzen. Es kann unheimlich viel und wird unter anderem in den folgenden Bereichen genutzt:

  • Bestandteil in Zahnpasta
  • Wasserenthärter
  • Bestandteil (Triebmittel) in Backpulvern und Brausepulvern
  • Mittel gegen Pflanzen-Krankheiten wie Mehltau
  • Lindern von Juckreiz nach Insektenstichen
  • Bestandteil in Feuerlöschern
  • Mittel zur Verzögerung der Milchgerinnung
  • Mittel gegen Sodbrennen
  • Antidot bei bestimmten Vergiftungen
  • als Badezusatz und Peeling
  • historisch zur Mumifizierung von Leichen
  • und, und, und…

Was sind die Nachteile von Natron im Haushalt?

Ich denke, der größte Nachteil des Natrons liegt für viele Menschen darin, dass sie die Duftstoffe anderer industrieller Waschmittel vermissen werden. Mit Natron gewaschene Handtücher riechen weder nach Meeresbrise noch nach tropischer Blütenpracht. Sie riechen aber definitiv frisch, wie ich nach unserem Test festgestellt habe.

Davon abgesehen wirkt zu viel Natron auf der menschlichen Haut reizend. Aus diesem Grund verwende ich es zwar zur Herstellung von Deo (dann mit dem Duft ätherischer Öle), aber ich werde mir damit nicht die Hände oder sogar das Gesicht waschen.

Zu guter Letzt frage ich mich, ob Waschnüsse vielleicht sogar noch umweltfreundlicher als Natron sein könnten? Und ob man Waschnüsse auch für den Geschirrspüler nutzen kann? Habt ihr damit Erfahrungen oder fallen euch noch weitere Vor- und Nachteile von Natron ein?

 

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