Mjød – Met kommt in die Flasche

Ich habe leider die schlechte Angewohnheit, ein paar Absätze für einen neuen Artikel zu schreiben, nur um ihn dann erst einmal beiseite zu legen. Daher liegen hier einige halbfertige Artikel rum, die ich dann später als geplant veröffentliche. Dieser Artikel ist ein solcher und ihr dürft euch daher nicht über zeitliche Unstimmigkeiten wundern: Mitte Januar habe ich mit einigen Braufreunden Met gebraut. Wie wir dabei vorgegangen sind, habe ich schon in einem früheren Artikel beschrieben. An einem Wochenende im März haben wir uns dann wieder bei uns in der Küche eingefunden, um den Met in Flaschen abzufüllen.

Der Met war nun ca. zwei Monate im Gärbottich, wobei die Hefe in den ersten Wochen richtig abgegangen ist. Die Hauptgärung beim Bierbrauen ist meist nach ein paar Tagen vorbei und das Blubbern der Gärpfeife stoppt nach einer Woche komplett. Der Met hat allerdings mehrere Wochen geblubbert. Da tote Hefe, die sich am Boden des Gärgefäßes sammelt, den Geschmack negativ beeinträchtigen kann, muss man bei Getränken, die lange Zeit im Gärbottich sind, die Flüssigkeit in regelmäßigem Abstand von der toten Hefe ziehen (absaugen) und in ein neues, reines Gärgefäß umfüllen. Den Met habe ich dreimal im Abstand von 2 Wochen umgefüllt.

Wir hatten zwei verschieden Sorten Met gebraut. Eine Sorte hatten wir mit Hopfen und die andere mit Echtem Mädelsüß gewürzt. Der Met, welchen wir mit Echtem Mädelsüß gebraut hatten, ist sehr klar geworden. Trotzdem fand ich es interessant, dass sich nach dem Füllen der Flaschen immer noch eine dünne Schicht mit Schwebstoffen am Boden des Gärbottichs befand, obwohl ich schon nach dem letzten Umfüllen dachte, dass der Met jetzt komplett klar war.

Met mit Echtem Mädelsüß
Met mit Echtem Mädelsüß

Der Met, den wir mit Hopfen gebraut hatten, ist nicht klar geworden. Das war allerdings zu erwarten, da wir einen Teil des Hopfens direkt in den Gärbottich gegeben hatten. Dieses sogenannte Hopfenstopfen sorgt auch beim Bierbrauen dafür, dass die Flüssigkeit nie richtig klar wird. Ich bin sehr gespannt, ob sich hier noch etwas bei der Lagerung in der Flasche tut. Bei sehr trübem Bier verwende ich dann oft eine Technik, die im Englischen „Cold Crashing“ gennant wird. Dabei stellt man das Bier für drei Tage kalt. Bei einer Temperatur um 1-2 Grad klärt sich die Flüssigkeit sehr gut und die Schwebstoffe fallen zu Boden. Vielleicht versuche ich das auch beim Met, wenn er mir nach der Reifung noch zu trüb ist.

Met mit Hopfen
Met mit Hopfen

Insgesamt hat jeder von uns nun 6 Liter Met bekommen (2 Liter mit Echtem Mädelsüß und 4 Liter mit Hopfen), der nun im besten Fall noch 2 Jahre in der Flasche reifen sollte. Ich habe mir fest vorgenommen wirklich so lange zu warten. Aber man weiß ja nie, wann man einen schwachen Moment hat und doch einmal kosten möchte. Natürlich haben wir beim Abfüllen schon die ein oder andere Kostprobe genommen und ich bin besonders vom Met mit Echtem Mädelsüß begeistert. Er ist trocken im Geschmack, allerdings kann man sowohl den Honiggeschmack als auch den sehr ähnlichen Geschmack des Echten Mädelsüß erkennen. Ich bin gespannt, wie sich diese Geschmäcker noch abrunden. Schön wäre es, wenn der trockene Geschmack noch etwas von seiner Schärfe verliert.

Hier kommt der Met in die Flasche
Hier kommt der Met in die Flasche

Bei der anderen Metsorte steht die Bitterheit des Hopfens noch stark im Vordergrund. Allerdings gehe ich davon aus, dass diese sich im Laufe der Reifung abschwächt und mit dem Honiggeschmack ausbalanciert. Hier bin ich wirklich gespannt, wie sich der Geschmack entwickelt. Verwendet man das Hopfenstopfen bei Bieren, sagt man eigentlich, dass das Bier direkt nach einer kurzen Reifung von ca. 2 Wochen am besten schmeckt. Die Aromen im Hopfen zerfallen langsam und das Bier verliert mit zunehmender Lagerung seinen Hopfencharakter. Wird das Bier nicht dunkel gelagert, kann es sogar durch die UV Strahlung im Sonnenlicht zu negativen Beeinträchtigungen des Geschmacks kommen.

Verkorkung der Flaschen
Verkorkung der Flaschen

Einer meiner Braufreunde hat uns mit einer kleinen Besonderheit überrascht und einen Block Flaschenwachs/-lack mitgebracht. Dieser wird einfach auf dem Herd in einem Topf (den man nicht mehr zum Kochen braucht) geschmolzen. Die verkorkten Flaschen haben wir dann kurz eingetaucht und leicht gedreht bis der Wachs fest wurde. Der Wachs sieht nicht nur schön aus. Er wirkt auch als extra Hindernis, wenn man mal schwach wird und vielleicht doch gerne schon das ein oder andere Kostpröbchen nehmen möchte. Nun heißt es Geduld haben und den Met reifen lassen.

Die Flaschen bekommen eine tolle Wachsversiegelung.
Die Flaschen bekommen eine tolle Wachsversiegelung.

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