Lindenblütentee

Viele von euch hatten in diesem Jahr wahrscheinlich schon die Möglichkeit, eine frische Tasse Lindenblütentee zu schlürfen. Wir mussten uns bis in den August hinein gedulden. Aber jetzt sind die da, die süßen, gelben Lindenblüten. Also sind Klein-Hinterwäldler und ich losgezogen, sie zu ernten (und immer an genau dem Zweig zu rütteln, den ich gerade einhändig fotografieren wollte ;) ). Der anschließende Muskelkater hat sich aber gelohnt, der Tee schmeckt toll. Viele Tees aus Wildkräutern und Heilpflanzen schmecken ja irgendwie, naja, „gesund“. So nicht dieser, er ist wirklich lecker. Da freue ich mich einmal mehr, dass vor unserem neuen Hof eine riesige Linde steht!

Lindenblüte
Lindenblüte

Ernte und Lagerung

Aus Lindenblüten kann man sowohl Tee als auch Badezusätze basteln. Für den Tee kann man den ganzen Blütenstand benutzen, was die Verarbeitung wahnsinnig einfach macht. Für spätere Teestunden kann man die Blüten einfach trocknen und dunkel in Gläsern lagern. Die Seite Kräuterweisheiten.de weist darauf hin, dass die ätherischen Öle und deren Wirksamkeit bei der Lagerung schnell abnehmen. Deshalb sollten die Lindenblüten am besten jedes Jahr frisch geerntet werden. Frische Blüten können aber genauso gut für den Tee verwendet werden – dann braucht man nur ungefähr doppelt so viel (also ca. 2 Teelöffel pro Tasse).

Lindenblütentee_2
Tee aus frischen Lindenblüten hat eine helle, goldene Farbe und schmeckt leicht und süßlich.

Was kann Lindenblütentee?

Wie so oft soll auch dieser Tee schweißtreibend wirken. Aufgrund seiner (angeblich) Hustenreiz lindernden, schmerzstillenden (zum Beispiel bei Halsschmerzen), entzündungshemmenden und krampflösenden Eigenschaften wird er von einigen gern bei Erkältungen und Magenbeschwerden getrunken. Auch bei Rheuma, Nierenentzündung und Ischialgie kann er unterstützend eingesetzt werden.

Woran erkennt man eine Linde?

Ich bin leider nach wie vor kein großer Baumkundler und brauche ein paar Eselsbrücken, um die wichtigsten Bäume zu erkennen. Falls es euch auch so geht kommen hier einige Tipps, woran ihr die Linde erkennen könnt:

Linde
Wasserreiser sind ein typisches Merkmal der Linde.

Die Blätter der Linde sind herzförmig und am Rand gezackt. Viele Linden erkennt man außerdem an ihren Wasserreisern. Das sind diese dünnen Ästchen am Stamm. Die Linde blüht ungefähr von Juni bis August mit gelblich-weißen Blüten, die ganz herrlich süß duften. Die Blüten sehen so aus wie auf dem unteren Bild, während die Nussfrüchte wie kleine Kügelchen aussehen. Die Früchte könnt ihr oben neben der Tasse sehen.

Bienen werden von dem süßen Duft der Lindenblüte angezogen und produzieren den leckeren Lindenblütenhonig
Bienen werden von dem süßen Duft der Lindenblüte angezogen und produzieren den leckeren Lindenblütenhonig

Ich habe mich dazu entschlossen, in diesem Jahr keine großen Vorräte mehr anzulegen und daher nur frische Lindenblüten zu Tee zu verarbeiten. Bisher waren unsere Vorräte nämlich immer zu groß, sodass wir im Folgejahr einen guten Teil wieder weggeschmissen haben. Das ist schade um die schönen Wildkräuter. Aber offensichtlich brauchen wir gar nicht so viele von einer Sorte. Da habe ich eher Lust, mehr über saisonale, essbare Pflanzen zu lernen und in den nächsten Monaten vielleicht noch die ein oder andere Pflanze zu sammeln. Dann eben in kleinen Mengen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.