Kreisrunder Haarausfall – ein Versuch der Gegenwehr

Ich mag meinen Bart und war immer der Ansicht, dass ich aus meinem guten und kräftigen Bartwuchs auch was machen muss. Daher hab ich in der Vergangenheit schon verschiedene Bartformen ausprobiert und trage seit ca. 4 Jahren den Horseshoe-Mustache. Leider hat mir nun die Natur einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn ich habe kreisrunden Haarausfall bekommen. Damit will ich mich nun aber nicht abgeben und schreite zur Gegenwehr.

Es war schon ein ziemlicher Schock als ich Ende August feststellen musste, dass ich eine kahle Stelle am Kinn bekomme. Ein kleines, kahles Loch hatte ich schon vorher bemerkt, allerdings nicht weiter beachtet. Als es sich aber innerhalb von ein paar Tagen auf die Größe eines 2-Euro-Stücks vergrößerte und eine weitere Stelle am Kinn entstand, wurde mir mulmig und ich begann meine Recherche im Internet.

Der Haarausfall unterm Kinn in der ersten Woche.

Alopecia Areata

Schnell war klar, dass es ich um den kreisrunden Haarausfall, Alopecia Areata, handeln muss. Es wird vermutet, dass es sich bei diesem Haarausfall um eine Autoimmunerkrankung handelt, wobei mein Immunsystem die eigenen Haarwurzeln angreift. Die Haarwurzeln bleiben intakt, allerdings verengt sich der Haarkanal und das Haar wird dadurch regelrecht abgedrückt. Die Haare werden dadurch immer dünner und verlieren ihre Farbe, bis sie dann abfallen.

Ein Auslöser von Alopecia Areata ist angeblich extreme Stressereignisse, wobei dieses in Fachkreisen nur eine Vermutung ist. Bei meinem Fall passt es aber sehr gut, da ich mich durch Streit an meinem, mittlerweile ehemaligem, Arbeitsplatz den Großteil dieses Jahres sehr belastet gefühlt habe und stellenweise viel Stress hatte. Für mich liegt hier der Auslöser des Haarausfalls.

Leider hat die Schulmedizin nur heftige Behandlungsmethoden mit möglichen Nebenwirkungen im Angebot. Für mich kommen diese (noch) nicht in Frage, gerade auch, weil es sich bei kreisrundem Haarausfall, um eine zeitlich begrenzte Erkrankung handelt. Innerhalb von 2 Jahren wachsen bei 80% der Betroffenen die Haare von selbst wieder nach.

Mittlerweile scheint der Haarausfall bei mir seinen Höhepunkt erreicht zu haben. Direkt unter dem Kinn sind fast alle Haare weg, wobei ich leider meinen Bart bis zur Kinnkante stutzen musste. Die beiden seitlichen Arme des Barts sind leider auch ausgelichtet. Hier will ich den Bart aber so lange wie möglich dran lassen. Sollte der Haarausfall hier doch weiter ausbreiten heißt es für mich komplett abrasieren, da ich mir einen Schnurrbart nun beim besten Willen nicht vorstellen kann. Ansonsten liegen zwei große, kahle Stellen unterhalb des linken und rechten Mundwinkels.

Gegenwehr

Zwei Jahre sind eine lange Zeit und eigentlich will ich solange nicht warten, gerade da ich im Netz einiges an alternativen Behandlungsmethoden gefunden habe. Das Netz ist wirklich voll mit allerlei alternativen Angeboten und Tipps zum Thema Haarausfall, wobei ich vieles davon klar ablehne, da es für mich nichts weiter als Scharlatanerie ist. Homöopathie, Aromatherapie, Kristalle, Erdstrahlung, Handauflegen, Aliensonden, Vodoo und Hexensabbat sind zwar sehr belustigen und bauen somit sicherlich auch Stress ab, kommen allerdings für mich nicht in Frage.

Ich mag es lieber etwas bodenständig und für mich nachvollziehbar, und hab mich daher für zwei Dinge entschieden: Stressabbau und Knoblauch. Der Stressabbau ist sicherlich ein andauernder Prozess, bei dem ich einfach aufmerksam sein muss und mein Stresslevel im Blick behalten will. Ansonsten habe ich aber auch den konsequenten Schritt gemacht und mir eine neue Arbeitsstelle gesucht. Ab Dezember fange ich in einer neuen Firma an und habe bis dahin noch zwei schöne entspannte Wochen Ferien. Der Stress sollte somit in absehbarer Zukunft erst mal kein Problem sein.

Den Knoblauch, als Heilmittel gegen Haarausfall, habe ich durch Zufall in einem Forum gefunden. Ein deutscher Betroffener hat dort von einer Behandlungsmethode berichtet, welche er bei seinem Urlaub in der Türkei beim einheimischen Frisör entdeckt hat. Meine weiteren Recherchen haben ergeben, dass diese Behandlungsmethode anscheinend im arabischen Raum allgemein anerkannt und verbreitet ist. Mit dieser Behandlung sollen die Haare schon nach einigen Wochen wieder nachwachsen, was für mich Grund genug ist es einmal zu versuchen.

Der Versuch

Für diese Behandlungsmethode benötigt man:

  • eine Rasierklinge
  • Eiswürfel
  • Knoblauch
  • Salz
  • ein dünnes Tuch

Glücklicherweise besitze ich ein sehr scharfes Rasiermesser, was die ganze Sache weniger schmerzhaft macht. Ich habe die Methode erst mal nur an zwei Stellen ausprobiert, bevor ich, wenn sie erfolgreich sein sollte, den gesamten kahlen Bereich behandle.

Als erster Schritt wird die zu behandelnde Stelle mit einem Eiswürfel gekühlt bis sie schön taub ist. Danach hat man zwei Möglichkeiten (von denen ich gelesen habe). Einerseits kann man die Stelle mit der Rasierklinge schachbrettartig einschneiden, andererseits kann man mit der Rasierklinge so lange über die Stelle schaben, bis sie blutig wund ist. Den Knoblauch quetscht man in der Knoblauchpresse und gibt ihn mit einer guten Prise Salz in die Mitte des Tuches. Dann dreht man das Tuch zu einem Stempel zusammen, wobei es soweit verdreht werden sollte, dass der Knoblauchsaft heraus sickert. Mit diesem Stempel reibt man dann kräftig über die eingeschnittene/aufgeriebene Haut. Das brennt und suppt ganz schön, aber keine Sorge, denn Knoblauch ist desinfizierend und betäubt die Stelle wieder nach einer Weile.

Da Bilder von meiner eingeschnittenen, blutigen Gesichtshaut sicherlich nicht jedem unserer Leser gefallen, habe ich mich dagegen entschlossen, hier ein Bild kurz nach der Behandlung zu zeigen. Wer allerdings doch einen Blick darauf werfen möchte, kann dieses hier tun: Vorsicht blutig!

Sicherlich ist diese Methode nicht für jeden geeignet und bis auf ein paar Foreneinträge hab ich auch noch nichts weiter über die Erfolgsaussichten gelesen. Allerdings soll das ganze darauf beruhen, dass Knoblauch einerseits haarwuchsanregende Stoffe enthält und andereseits durch die Verletzung der Haut das Immunsystem zu tun hat und von den Haarwurzeln ablässt. Daher betrachte ich das ganze als einen Versuch und werde in ein paar Wochen berichten, ob es gewirkt hat.

UPDATE 1

Heute, am 21.12., ist es über einen Monat her, dass ich mich dieser radikalen Rasiermesser+Knoblauch-Eigentherapie unterzogen habe. Leider muss ich euch mitteilen, dass ich keinen Erfolg vermelden kann. Die kahlen Stellen sind immer noch genauso groß und einige sind sogar noch ein bisschen gewachsen. Nun habe ich mir vorgenommen im neuen Jahr zum Dermatologen zu gehen, um mich erstmal komplett durchchecken zu lassen und dann vielleicht eine Therapie anzufangen. Über die in den Kommentaren schon erwähnte DCP Therapie liest man sehr viel und vielleicht gibt es ja hier in Norwegen die Möglichkeit dazu.

UPDATE 2

Hier geht’s zum nächsten Artikel zum Thema: „Kreisrunder Haarausfall – ein Jahr später

 

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