Kleidung nachnähen für Faule

Obwohl hier heute ziemlich viele Röcke zu sehen sein werden, möchte ich über eine Idee schreiben, die für alle Leser(innen) interessant sein könnte. Und das ist das einfache „Nachmachen“ bzw. Nachnähen bereits vorhandener Kleidung.

Ich persönlich nähe gern und passabel, aber nicht sonderlich herausragend (nicht annähernd so gut wie z.B. Daniel), und mich strengen komplizierte, gekaufte Schnittmuster eher an (hier geht es zu einer Anleitung, wie man mit Schnittmustern umgeht). Meistens habe  ich keine wirkliche Lust, mich vor dem Nähen erst stundenlang mit wilden Schnittmustern auseinanderzusetzen. Ich bin da mehr so praktischer Natur.

Eine einfache Lösung für faule Näher ist, sich ein Kleidungsstück aus dem Schrank vorzunehmen, das man mag und das gut sitzt. Eines, das man am liebsten häufiger tragen würde. An diesem Kleidungsstück können sämtliche Stoffteile abgemessen werden, und es veranschaulicht schön, wie und wohin die Nähte gesetzt werden sollen. Anhand der Vorlage kann dann ein Schnittmuster auf Papier abgemalt werden, das immer wieder für ähnliche Stücke bereit liegt. Je nachdem, welche Stoffe und Muster verwendet werden, hat man sich mehr oder minder fix das passende Stück zu jedem Anlass gebastelt. Außerdem lernen mittelmäßig beeindruckende Näher wie ich irgendwann das Schnittmuster „kennen“ und entwickeln eine hilfreiche Routine bei der ganzen Sache.

Hier sind zum Beispiel drei Röcke, alle nach dem selben Schnittmuster gefertigt:

Das gekaufte Original

 

Eine Kopie für feinere Anlässe

 

Eine Turnschuh-oder-was-auch-immer-grad-so-rumliegt Version

Das Schnittmuster zu diesem Rock ist wirklich einfach: es besteht aus 8 langen Rauten (oben schmal, unten breit, ist logisch), die zusammengenäht werden. Dabei gibt es nur zwei verschiedene Stücke, die ich mal A und B nenne:

Die Angaben im Bild ergeben einen Rock der Größe 36. Zusätzlich sollte beim Ausschneiden für jedes einzelne Stück an jeder Seite ein „Puffer“ (Nahtzugabe) von 1 bis 1,5 cm dazugenommen werden. Der geht am Ende wieder durch Nähte und überstehende Kanten „verloren“.

Die A- bzw. B-Stücke werden mit den Vorderseiten aufeinander gelegt, an einer Seite zusammengenäht und dann aufgeklappt, sodass die Naht an der Vorderseite kaum sichtbar ist. So geht’s fix einmal im Kreis, an der Seite wird ein Reißverschluss eingefügt. Et voila!

Rechnet ihr die „Breite oben“ aller 8 Stücke zusammen, bekommt ihr den Umfang des Rockes am oberen Bündchen heraus. Wollt ihr den Rock eurem Umfang anpassen, tut ihr das also, indem ihr die „Breite oben“ aller Stücke entsprechend vergrößert oder verringert. Ein toller Trick ist immer, das Kleidungsstück erstmal mit einem ollen, billigen Stoff probezunähen. Das geht ziemlich schnell, und es ist völlig egal, ob die Nähte gut aussehen oder lange halten. Man sieht aber wunderbar, an welchen Stellen noch etwas geändert werden sollte oder ob der Plan so aufgeht, wie man sich das erhofft hat.

Eventuell muss beim Aufmalen und Ausschneiden der Stoffstücke darauf geachtet werden, dass am Ende das Muster aller Teilstücke zusammenpasst bzw. in die richtige Richung zeigt. Bei Rock 5, dem Turnschuhrock, war mir das allerdings ziemlich schnuppe, wie man sieht.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.