Leidenschaft Schlürfen: Kaffee rösten

Ich liebe Kaffee! Vor allem seinen Duft. Und weil das so ist, habe ich mir in den Kopf gesetzt, in ein paar Jahren meinen eigenen Kaffee ernten und verarbeiten zu können.

Leider warte ich nach wie vor darauf, dass meine Kaffeesamen endlich keimen mögen. Die Hoffnung stirbt zuletzt und die prophezeiten 6 Monate sind noch lange nicht um. Aber selbst in diesem Glücksfall wird es noch mehrere Jahre dauern, bis ich die ersten Bohnen werde ernten können. Andere legen eben Geld an, und ich mein morgendliches Heißgetränk…

Naja. Bis das also endlich soweit ist, habe ich zumindest jeden Morgen meine Freude daran, die Bohnen persönlichst durch engagiertes Speedkurbling zu mahlen. Und neuerdings: die eigens gerösteten Bohnen. Denn frisch geröstete Bohnen schmecken, genauso wie frisch gemahlene, besonders gut. Vor allem wenn man beim Schlürfen weiß, wie viel Zeit man schon mit den leckeren Früchten verbracht hat.

Nun aber endlich mal ein paar Bilder. Auf geht’s ans Rösten:

 

Rohkaffee könnt ihr nach Lust und Laune im Internet bestellen – Läden gibt es einige. Vielleicht gibt es sogar „richtige“ Läden, aus denen man ihn persönlich entführen kann…? Hier leider nicht – macht nix. Via WWW habe ich einen äthiopischen Mokka bestellt, der ungeröstet nach schokoladigem Heu riecht.

Rösten tut man die Bohnen, indem man sie 10 Minuten in den auf 180 – 200° C vorgeheizten Ofen schiebt. Im Anschluss sollten die Bohnen gründlich gewendet und noch einmal für für 5 – 10 Minuten geröstet werden.

 

Wichtig ist, dass die Bohnen auf dem Ofenblech glatt verteilt werden, damit sie gleichmäßig geröstet werden können.

Hell geröstete Bohnen schmecken angeblich schärfer als ihre dunklen Kollegen. Die wiederum sollen einen vollmundigeren Geschmack haben. Sagt jedenfalls die Kaffeestube.

 

 

Meine Bohnen wurden nach den 20 Minuten bei 180° C eher braun als schwarz, und für meinen nächsten Röstvorgang werde ich den Ofen probeweise auf volle 200° C drehen.

Weil das Rösten so enttäuschend schnell geht ist es gut zu wissen, dass nun noch die Spreu entfernt werden muss. Das geht sehr leicht, artet bei größeren Kaffeemengen aber in Arbeit aus. Zum Glück soll man ja nur kleine, frische Mengen zubereiten ;)

 

Und wie schmeckt er nun, der Kaffee? Zunächst erstmal gar nicht, denn die Bohnen sollen mindestens ein, zwei Tage ruhen, um ihr Aroma entfalten zu können.

Danach schmeckt er so köstlich wie mein bisheriger Kaffee. Eine kleine Schokoladenheu-Note könnte ich mir noch als Beigeschmack einbilden. Mal sehen, ob die sich beim nächsten Mal durch höhere Temperaturen eliminieren lässt. Duft, Stärke und Säuregehalt sind für mich (Weichei) aber genau richtig so.

 

Natürlich muss ich noch ein wenig üben, bis die Bohnen genau meinem Geschmack entsprechen und nach dem Röstvorgang (so ungefähr) dieselbe Farbe haben. Meine jetzigen Bohnen sind ein bisschen bunt geraten. Schaue ich mir die rohen Ausgangsexemplare an, bin ich allerdings geneigt, es einfach auf die zu schieben… :)

Habt ihr eine andere/bessere Taktik, Kaffeebohnen zu verarbeiten? Kennt ihr eine besonders geeignete Sorte oder habt ihr Erfahrungen mit dem Rösten in der Pfanne? Oooder habt ihr gar eine eigene Pflanze im Wohnzimmer? Ich würde mich über eure Tipps freuen!

 

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