Ich werde Imker!

Marie und meine Schwiegereltern haben mir zum Geburtstag einen Imkerkurs geschenkt. Die passende Tracht gab es dann zu Weihnachten. Bevor ich jedoch diese fachgerecht benutzen kann, muss ich noch ein wenig die Schulbank drücken. Der Kurs hat im März begonnen und ich habe schon die ersten beiden Theoriestunden hinter mir. Den Rest des Jahres geht es dann hinaus zur praktischen Arbeit an den Körben. Ich möchte Euch hier ein paar Eindrücke vom Kurs geben.

Die Theoriestunden haben auf dem „Langegård“ Bauernhof stattgefunden, wobei der Hof fast direkt im Zentrum von Bergen liegt, man dies aber aufgrund der Lage und Urtümlichkeit der Gebäude kaum merkt.

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Der Bauernhof Langegård
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Hier laufen die Hühner noch frei herum. Da habe ich gleich mal unseren Ostereiervorrat gekauft.
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Ob ich auch Eier von dem Gesellen hier bekommen habe?

Der Kurs fand in einer der Scheunen des Bauernhofes statt, die für solche Veranstaltungen hergerichtet ist. In der Pause gab es dann norwegischen Pfannkuchen (Lefse).

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Die Scheune mit massiven Holztischen und Bänken war gut gefüllt, als dann alle 24 Teilnehmer da waren.
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Für Wärme sorgte das offene Feuer neben dem antiken Ofen.

Chris, ein wirklich netter Neuseeländer, der auf dem besten Weg ist mein Imkervater zu werden, ist Lehrer beim Kurs und hat für die erste Stunde Kostproben neuseeländischer Honigsorten mitgebracht. Eine dieser Honigsorten hat sogar medizinische Eigenschaften und wird als Heilmittel in Krankenhäusern eingesetzt.

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Neuseeländische Honigsorten

Eine meiner Kindheitserinnerungen ist mein Vater, der in den 80er Jahren gerne mal einen Löffel Pollen zum Frühstück gegessen hat. Diese waren mir furztrocken und staubig in Erinnerung. So war es eine wirkliche Überraschung, als ich in der zweiten Stunde frische Weidenpollen, die noch am selben Tag gesammelt wurden, kosten durfte. Wow, sie schmeckten wie feuchte Butter, zuckersüß und nach frischer Weide. Lecker!

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Frische Weidenpollen, gesammelt von den ersten fleißigen Bienen in diesem Jahr
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Eine Tafel aus dem Bienenkorb im Frühjahr enthält noch Reste vom Winterfutter (oben rechts), ersten Honig (darunter), Pollen (Mitte) und Brut.

Beim zweiten Termin wurde es dann in der Gruppenarbeit schon richtig praktisch. Wir haben unsere erste Tafel vorbereitet, indem wir eine Wachsplatte im Rahmen befestigt haben. Die Wachsplatte ist der Ausgangspunkt, auf dem die Bienen dann ihre Waben bauen. Befestigt wird die Wachsplatte an einem gespannten Draht, der mit Hilfe von Strom erhitzt wird und sich so in die Tafel schmilzt.

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Gruppenarbeit mit den Tafeln
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Tafel mit festgeschmolzener Wachsplatte.

Beim nächsten Mal geht es also zur praktischen Arbeit nach draußen und ich kann endlich meine neue Imkertracht ausprobieren. Meine erste eigene Beute werde ich wohl schon in diesem Jahr aufstellen, wobei es da noch einige Hürden gibt, über die ich berichte, sobald ich sie überwunden habe.

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