Holztasse (Guksi / Kuksa / Kåsa) schnitzen – Teil 1

Wie schon angekündigt, wollte ich mich nach meinem ersten geschnitzten Löffel an eine Holztasse wagen, die bei Wandertouren eine schwere Wasserflasche ersetzen kann. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, eine Guksi (norw.. finn: Kuksa, schwed: Kåsa) zu schnitzen.

Die Guski wird seit Jahrhunderten von den Samen im Norden Skandinaviens hergestellt. Es heißt, eine solche Tasse aus Birkenknolle halte bei richtiger Pflege ein Leben lang, egal ob Wasser oder kochender Kaffee eingefüllt werden. Traditionell wird die Tasse aber mit einem guten Schluck Wodka eingeweiht. Richtig so!

Aber bis es soweit ist, dauert es eine ganze Weile…

 

Eigentlich sollte hier eine Birkenknolle liegen.

Wie oben erwähnt, wird eine Guksi eigentlich aus der widerstandsfähigen Birkenknolle geschnitzt. Leider sind diese baumkrebsartigen Auswüchse in der Umgebung nicht sehr verbreitet. Ich habe mich also auf normales Birkenholz gestürzt und hoffe innigst, meine Tasse hält trotzdem.

Egal ob Holz oder Knolle – beides wird zunächst mit der Axt (alternativ Säge) in Form gebracht. Birke ist ein sehr hartes Holz, und man sollte vorher so viel überschüssiges Holz wie möglich entfernen.

 

 

 

Sie hatten Recht

Bei meiner Recherche habe ich den Hinweis belächelt, man solle doch immer und überall ein Erste-Hilfe-Set dabei haben. Es ist aber was dran: scharfe Messer = tiefe Schnitte. Antisept und schnelle Mitbewohner sind auch sehr hilfreich.

 

 

 

 

 

 

 

 

Pusten und zurücklehnen

Wer gern müßig ist, kann sich von glühender Kohle etwas Arbeit beim Schnitzen der Vertiefung abnehmen lassen. Das Einbrennen dauert allerdings eine gute Weile. Ich schätze, dass ich nach 1-2 Stunden am „Feuer“ eine Vertiefung von 1 cm gewonnen hatte. Anstrengender, aber schneller geht es immernoch mit dem Löffelmesser.

 

 

 

 

Salzwasserbad

Wenn die grobe Form der Tasse fertig ist, wird sie in Salzwasser gekocht und danach sehr langsam getrocknet. Angeblich dringt das Salz in die Tasse ein und verhindert ein Einreißen des Holzes beim Trocknen (was bei einer Tasse ja schon recht sinnig erscheint…). Zu diesem Thema gibt es unzählige Meinungen und Gerüchte im Internet, also habe ich es einfach ausprobiert und die Tasse circa 4 Stunden lang gekocht. Ich habe zur Sicherheit enorm viel Salz in das Wasser gekippt – sicher 300 g auf 1 Liter Wasser.

 

 

 

Trocknen

Im Anschluss wird die Tasse mit einigen aufgehobenen Holzspänen in einer Papiertüte verstaut und an einem kühlen Ort gelagert (bei uns mal wieder der Hausflur :). Jetzt heißt es: mehrere Wochen bis zu 6 Monate warten, bis alles gut durchgetrocknet ist und es mit dem Feinschliff weitergehen kann. Über die Trocknungsdauer streitet sich die Internetgemeinde übrigens auch wieder. Ich werde mal sehen, was mir mein Bauch sagt, wenn es soweit ist.

 

 

Eine Menge Zeit für ein paar schöne andere Projekte… :)

 

**Den zweiten Teil zu diesem Thema findet ihr hier.

 

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