Frühlingssonne am Ende des Bewährungstunnels

Boa, was haben wir in den letzten Monaten gekämpft. Ein bisschen gegen den Baustaub und das Alltagschaos, vor allem aber gegen Viren und Bakterien. Es gibt so ziemlich keine Infektionskrankheit, die wir in den letzten Monaten nicht mitgenommen hätten. Bis irgendwann gar nix mehr ging, alle am Ende waren und tatsächlich meine Eltern anreisen mussten, um das Leben irgendwie wieder anzuschieben. Wahnsinn.

Aber jetzt kommt die Sonne raus! Der erste Tee auf der Bank hinter dem Haus, die ersten zurückgekehrten Kraniche, die ersten vorsichtigen Blüten im Vorbeet… Nun mag ich doch mal erzählen, wie es hier aussieht und welche klitzekleinen Schritte hier auf dem Höfle doch schon passiert sind. Also Gummistiefel an, wir drehen ’ne Runde!

Fangen wir hinter unserer Weide an: in einem kleinen Flüsschen gibt es sowohl Biber als auch Nutrias. Letztere sind immer für einen Schnack mit uns zu haben und erstaunlich neugierige Tierchen, die selbst unser kleiner Entdecker mit Geschrei und Stöckchen kalt lässt.

Nutria
Nette Nachbarn: Nutrias
Gruenspecht
Ein Grünspecht inspiziert das Storchennest auf dem benachbarten Kirchturm
Reiher
Viele Seen, viele Reiher
Schnauze02
Hi, was geht.
Wagen
Unser lieber Nachbar hat den alten Heuwagen noch letzten Herbst auf die zukünftige Weide (oder Streuobstwiese) gezogen. Wie genau wir ihn aufarbeiten, müssen wir noch entscheiden.

Zwei Apfelsorten haben wir gepflanzt: Den traditionellen Kaiser Wilhelm, der sofort genascht, aber auch gut zu Saft verarbeitet und bis März gelagert werden kann. Und die süßliche, aromatische Resi, die sich gut gekühlt nur bis Januar hält.

Kaiser_Wilhelm
Der Kaiser

Außerdem eingezogen sind bisher Wein der Sorte Regent, ein Johannisbeerstrauch, zwei Sommerflieder und überhaupt etliche Blumen und Stauden. Auf dem Weg zu uns sind gerade eine Heidelbeere, eine Mini-Kiwi und eine Himbeere. Birnenbäume hatten wir schon; weitere Obstbäume sind in Planung. Wo es sich anbietet wollen wir in Zukunft auf alte Sorten aus Brandenburg setzen. Den Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e. V. haben wir schon entdeckt und werden dort in den nächsten Tagen einiges Saatgut bestellen.

Den großen Pferdestall haben wir ausgemistet und das Düngematerial als Mulch in den zukünftigen Garten geschafft. Anstelle des Strohs haben wir begonnen, Feuerholz im Stall zu lagern. Denn endlich ist nun unser Kachelofen gebaut und damit die letzte Baustelle im Erdgeschoss besiegt. Jippi!

Pferdestall_1
Oben Stroh, darunter eine dicke Schicht harter Mist: Man kam nur mit Hebelwirkung des Spatens voran.
Pferdestall_2
Der Boden ist freigelegt, irgendwann werden wir sicher auch die Wände abspritzen und frisch kalken. Hauptsache erst einmal warme Füße am Ofen :) Das meiste Holz liegt noch hinter dem Hof verteilt, aber der Anfang ist gemacht

Mit etwas Glück kommt in den kommenden Wochen ein lieber Bekannter (und praktischer Weise umweltbewusster Landwirt) vorbei, um einen fachmännischen Blick auf unsere Weide und den zukünftigen Garten zu werfen. Vielleicht müssen wir am Anfang brutal vorgehen und erst einmal alles umpflügen (lassen). Denn bei der Größe und vor allem dem Zustand des Urwaldes ist an Handarbeit noch nicht zu denken. Danach werden wir ein kleines Stückchen für Beete abstecken und diese dann natürlich ganz liebevoll und ohne schweres Geschütz pflegen :)

Im Innenhof arbeiten wir weiter daran, das Äußere etwas in Schwung zu kriegen. Im Moment ist vor allem der Boden dran.

Links alt, rechts neu: Stück für Stück legen wir im Innenhof den Boden frei. Und belohnen uns danach mit lecker Grillschmaus

Im April werde ich übrigens meine bäuerliche Jungfräulichkeit an den Nagel hängen und zum ersten Mal (fremde) Hühner schlachten und natürlich verarbeiten. Ich bin furchtbar gespannt auf diese Erfahrung! Vielleicht zeigt sich dann auch ob es realistisch ist, sich das Schlachten auch für uns als zukünftige Mini-Selbstversorger vorzunehmen. Oder ob wir einfach bei Obst und Gemüse bleiben. Allerdings bin ich noch nicht sicher ob ich hier genauer über das Schlachten schreiben werde, weil das Verwalten der garantierten Hasskommentare ziemlich anstrengend ist.

Soweit erst einmal zum derzeitigen Stand: es geht langsam voran. Sehr langsam. Aber hat’s hier irgendjemand eilig…?

 

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