Eine blutige Gartenanfängerin macht sich auf den Weg

Nach jahrelangem Warten dürfen wir uns endlich in eine völlig neue Welt der Pflanzen und Tiere, der Lebenskreisläufe, der Chemie und nicht zuletzt der anfänglichen Selbstversorgung schmeißen. Wir haben davon keine Ahnung. Wir haben viel zu viel Land als wir in den nächsten Jahren bepflanzen könnten. Wir haben schlaue Bücher, die keine Erfahrung ersetzen können und uns trotzdem beim Sprung ins kalte Gartenwasser nicht ganz so nackig fühlen lassen. Dies ist nun wohl der erste Artikel zu einer Reise von der völligen Konzeptlosigkeit zu zahlreichen schönen Gartenerlebnissen. So jedenfalls der Plan. :)

Am Anfang war das Fragezeichen…

Noch bevor wir unser Land bepflanzen können, stehen wir vor den Toren einer komplexen Wissenschaft: was haben wir denn da für Boden? Wie sandig oder lehmhaltig ist er? Was ist der PH-Wert? Wie macht man dieses Land überhaupt urbar, und welche Gartengröße darf man sich als Anfänger zutrauen?

Zu einigen dieser Fragen haben wir schon erste Vorstellungen. Zum Beispiel möchten wir sehr klein anfangen, zusätzlich aber einige Obstbäume pflanzen. Außerdem wollen wir versuchen, einen Teil der zukünftigen Gartenfläche ab dem Spätsommer für längere Zeit mit Pappe und Stroh abzudecken, um die Grasnarbe zu zerstören und uns (im Idealfall) nach dem Anbauen von Kartoffeln das spätere Auflockern zu erleichtern. An Pappe dürfte es uns durch unseren Umzug und diverse Neuanschaffungen im Juli und September nicht mangeln. Eine noch ungeklärte Frage ist aber zum Beispiel, ob wir unsere Vorräte an Stroh aus den Scheunen nehmen können, auch wenn wir nicht wissen woher es kommt und wie alt es ist? Ob es wohl irgendwelche Dinge zu bedenken gibt? Trocken ist es jedenfalls, und die Scheunen und Heuböden möchten wir schon aus Brandschutzgründen gern so bald wie möglich räumen. Wäre ja ganz praktisch das Stroh gleich sinnvoll verwenden zu können.

Ob diese Abdeckung dann aber wirklich zu einem lockeren, leicht zu bearbeitenden Boden führt, dazu gibt es unterschiedliche Erfahrungsberichte. Wir werden es einfach mal probieren und dann weiter sehen. Ralf von Neulich im Garten hat vor fünf Jahren schon eine Übersicht darüber gegeben, auf welche Art und Weise eine Wiese urbar gemacht werden kann. Schön sind ja immer seine Erfahrungen, die jede Theorie am Ende tiefgrau dastehen lassen. Herzerfrischend.

Gartenanfänger_Collage

Andere Überlegungen betreffen natürlich die Auswahl der Obst- und Gemüsesorten, die Anordnung des Gartens und so fort. An Fragen mangelt es nicht. Was wir aber wissen, ist, dass wir so viel wie möglich alte Sorten anbauen und pflegen möchten.

… und viele, viele Leseabende

Zum Glück gibt es hervorragende Literatur, die Anfängern wie uns auf die Beine hilft. Den bisher besten Eindruck hat auf mich „Das große Biogartenbuch“ von Arche Noah/Andrea Heistinger gemacht, gefolgt von „Der Biogarten“ von Marie Luise Kreuter. Den Autoren beider Bücher liegt das Wohlergehen der Pflanzen, Tiere und des Bodens ganz offensichtlich am Herzen, komplexe Zusammenhänge werden verständlich erklärt und dem Anfänger werden einige einfache Tipps auf den Weg gegeben. Ich glaube wir haben darin zwei Bücher gefunden, die uns gut an die Hand nehmen können.

Auch wenn es auf dem Bild oben so aussieht, als hätten wir Gartenliteratur für die nächsten drei Jahre gebunkert, sind nicht alle Bücher in gleichem Maße hilfreich. Manche kratzen nur an der Oberfläche. Deswegen werden sicherlich noch ein oder zwei weitere bei uns einziehen. Im Moment denke ich vor allem an „Mischkultur im Hobbygarten“ von Schwester Christa Weinrich (OSB). Auch eines über Streuobstwiesen hätte ich unheimlich gern, kenne aber noch kein konkretes. Für Tipps bin ich immer dankbar… Was steht denn bei euch so im Regal?

 

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