Der „Grow Veg Garden Planner“ – digitale Gartenplanung

Bei den kleinen Häufchen an Obst und Gemüse, die wir in diesem Jahr erstmals in unserem Garten anbauen, brauchen wir nicht zwingend ein eigenes Computerprogramm um die Übersicht darüber zu behalten, was sich wann im Beet räkelt. Trotzdem finde ich den Grow Veg Garden Planner auch (und gerade) als Einstiegs-Gärtnerin ganz interessant, denn er hält viele Informationen bereit, die ich so wahrscheinlich nicht kennen oder im Kopf behalten würde. Dabei bietet das Programm viele Vorteile gegenüber dem klassischen kleinen Notizbuch oder dem Gärtnern ganz ohne Dokumentation.

Was ist die Idee des Garden Planners?

Der Garden Planner ist ein Online-Programm, das ohne Installation in so gut wie jedem Browser genutzt werden kann. Er stellt den eigenen Garten maßstabsgetreu und auf Wunsch mit allen Elementen, wie (Hoch-)Beeten, Wegen, Wasserquellen, Kompost, Gewächshäusern, sogar Folientunneln & Co dar. Die grafische Palette ist groß, und das allein kann für die eine oder andere schon eine schöne Spielwiese im Winter sein. Vor allem bietet das Programm eine Übersicht über die schon gepflanzten und noch geplanten Sorten an Obst, Gemüse, Kräutern, Nüssen, Blumen und Gründünger-Pflanzen. Die Datenbank umfasst circa 200 Pflanzen. Das Schöne für Anfänger wie mich ist der Wissensschatz über jede der Pflanzen, der in einer kleinen Info-Box aufploppt: welchen Standort bevorzugt die Pflanze? Mit welchem Abstand wird sie gesät? Wen hat sie gern als direkten Nachbarn, wen kann sie nicht ausstehen? Zieht die Pflanze Insekten wie Bienen an? Wie viel Platz nimmt sie in Anspruch? Was sind gute Folgepflanzen? Ist sie winterhart? Wann ist die Ernte ungefähr zu erwarten? Welche Krankheiten sind ggf. typisch und wie kann ich ihnen begegnen?

Das Info-Kästchen zu jeder Pflanze gibt mir als Anfängerin einen schönen ersten Eindruck von den Bedürfnissen, Eigenheiten und Erträgen der Pflanzen.

Digitale Möglichkeiten: das Darstellen des Gartens in den verschiedenen Monaten

Nun kann ein Beet bekanntlich mehrmals im Jahr bepflanzt werden. Einen schönen Überblick schafft hier die Funktion, das Beet monatsweise anzusehen. Auf diese Weise entdeckt auch die Anfängerin schnell, in welchem Monat zum Beispiel noch ein wenig Spinat angebaut oder Gründünger gesät werden wann.

Ganzjährige oder monatsweise Ansicht – ich habe die Wahl

So klappt’s auch mit dem Nachbarn

Ebenso praktisch bei der Gartenplanung ist die Funktion „Companions“: Ich kann eine bereits gepflanzte oder geplante Pflanze in meinem Beet markieren und danach auf ein Herz-Symbol drücken (im Bild oben links). Dieses zeigt sofort alle wünschenswerten Nachbarn an, mit denen der verbleibende Platz im Beet gefüllt werden kann. Wäre das bei Menschen auch mal so einfach!

Nachbarschaftshilfe: in einer eigenen Leiste werden geeignete Nachbarn für die markierte Pflanze vorgeschlagen.

Am Anfang habe ich mehrere Skizzen gemacht und experimentiert, weil wir eben so viele schlaue Gartenbücher haben. Und in jedem wird eine etwas andere Fruchtfolge für den Start vorgeschlagen. Die Beschreibungen sind natürlicher Weise etwas umständlich, weil die Zeichnungen im Buch eben nicht monatsweise angeschaut werden können. Am Computer geht das ohne Probleme sehr anschaulich, und so konnte ich mehrere Skizzen anlegen und mir die Sache im Jahresverlauf anschauen. Mit Hilfe der „Companion-Funktion“ und der Info-Kästen konnte ich Sorten, die ich nicht so gern mag, recht schnell durch andere ersetzen. Und wenn mir etwas nicht gefallen hat, dann konnte ich es eben wieder rückgängig machen.

Erstreckt sich mein Garten-Plan über mehrere Jahre, gibt mir das Programm außerdem Tipps, wie ich die Fruchtfolge gestalten kann beziehungsweise wo ich eine ungeeignete Folgepflanze eben nicht anpflanzen sollte. In diesem Falle blinkt die angedachte Stelle im Beet rot auf.

Der ganz eigene Gartenkalender

Apropos Jahresplanung: außerordentlich praktisch ist auch das Knöpfchen „Plant List“. Hier wird ein Überblick über die digital gepflanzten Sorten ausgespuckt, samt farblicher Darstellung, wann gesät, gepflanzt oder geerntet werden kann. Diese Zeiten richten sich nach der Lage des Gartens (das Programm bedient sich einer Datenbank mit rund 5000 Wetterstationen). Meine persönlichen Notizen zu den Pflanzen werden ebenfalls mit angezeigt. Wird im Garten etwas geändert, zum Beispiel ein schützender Folientunnel eingesetzt, passen sich die hier dargestellten Zeiten für die Ernte automatisch an.

So umfangreich wird unser erster Mini-Garten natürlich nicht gleich werden, ich hatte hier nur Spaß am Planen.
Basierend auf der Lage erkennt das Programm die durchschnittlichen Frost- und Erntezeiten

Erinnerungen auf’s Handy

Wird der Plan am Ende hochgeladen (was freiwillig ist), kann er auch auf dem Handy angeschaut werden. Außerdem schickt die Software zweimal monatlich eine Information darüber, was gerade im Garten ansteht.

Anleitung und Tutorials

Auf dieser Seite könnt ihr euch detaillierte Videos zu einzelnen Themen, zum Beispiel der Planung der nächsten Fruchtfolge, anschauen. Es gibt auch ein Handbuch, das hier zu finden ist.

Auch technisch sehr sympathisch

Dieses nette Online-Programm läuft nicht nur auf Computern mit Windows, sondern auch unter Linux und auf Macs. Es funktioniert mit den meisten Browsern. Nett, oder?

Und die Schattenseite?

Zwei Nachteile sehe ich am Garden Planner: Die Entwickler der Software sprechen ein wunderbares britisches Englisch, und das tut die Software demnach auch. Für einige könnte es zu umständlich sein, die einzelnen Begriffe im Wörterbuch nachzuschauen. Ich selbst finde es eher interessant, die englischen Bezeichnungen für einzelne Pflanzen zu lernen. Aber man muss es halt mögen.

Außerdem ist der Garden Planner nicht dauerhaft kostenlos. Sieben Tage lang kann er innerhalb eines Gartenplanes zur Gänze getestet werden. Diese Testphase endet automatisch. Persönliche und Bankdaten werden erst aufgenommen, wenn das Programm tatsächlich länger genutzt werden soll. Ein Jahresbeitrag kostet derzeit 27 Euro; für zwei Jahre bezahlen wir 39 Euro.

Fazit

Klar geht es immer auch ohne, das ist ja auch gut so. Und natürlich würde ich lieber schon ordentlich Erfahrung und Gartenwissen im Kopf haben. Bis es soweit ist und so lange mich die Fülle der Informationen manchmal durcheinander bringt, freue ich mich einfach über diese informative Spielwiese und plane fröhlich vor mich hin. Meine Lieblings-Funktion ist eindeutig die der Beetnachbarn, weil sich diese Frage für jede Gärtnerin von Anfang an stellt und die Lösung hier schön übersichtlich und flexibel präsentiert wird.

Nutzt ihr andere Hilfen zur Gartenplanung? Setzt ihr auf Stift und Papier oder kennt ihr andere empfehlenswerte Programme? Vielleicht sogar kostenlose? Eure Tipps dazu wären klasse!

 

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