Beef Jerky – Santas Rentiere

Bevor ich nach Norwegen gezogen bin, hatte ich noch nie von Beef Jerky gehört. Im Supermarkt stieß ich dann zufällig einmal auf eine Tüte von einem großen amerikanischen Hersteller. Groß war allerdings auch der Preis. Wenn man es hochrechnet, kommt man auf knapp 150,- Euro für ein Kilo Beef Jerky. Die kleine Tüte hat mir trotzdem gut geschmeckt und daher fing ich an, mehr über Beef Jerky in Erfahrung zu bringen.

Geschichte

In den USA ist das getrocknete Fleisch namens Beef Jerky als Snack weit verbreitet. Auch hier in Norwegen wird es gern mal geknabbert oder als Proviant mit auf die Tour genommen. Hier liegen auch seine Wurzeln, denn Beef Jerky ist eine Möglichkeit, Fleisch für längere Zeit haltbar zu machen. Ursprünglich kommt das getrocknete Fleisch aus Südamerika. Die Inkas trockneten Lamafleisch und Überschüsse aus der Jagd in der Sonne und der kalten, trockenen Luft im Gebirge. Vor dem Untergang des Inkareiches war das sogenannte „Charki“ ein beliebter Reiseproviant. Während der folgenden Kolonialzeit war Charki aufgrund seiner Nahrhaftigkeit ein Grundnahrungsmittel (Quelle: Wikipedia).

Trocknung ist wohl die primitivste (im Sinne von ursprüglich) Methode der Haltbarmachung von Nahrung. Man findet sie rund um den Globus. Die Indianer Nordamerikas trockneten Streifen von Büffelfleisch oder Wildbret in der Sonne. Das Trockenfleisch war eine Grundlage für die Herstellung von Pemmikan – Reiseproviant und Notnahrung, welche ich demnächst sicherlich auch herstellen werde. Es ist nicht verwunderlich, dass die europäischen Pioniere und Waldläufer diese praktische Konservierungsmethode von Fleisch von den Indianern übernahmen. Bei ihnen erhielt das Trockenfleisch den Namen „Jerky„. Und spätestens als ich über diese Verknüpfung von Beef Jerky zu den coureur des bois hörte, war mein Interesse vollständig geweckt.

Unser erstes Jerky

Tja und wie ich so bin, wollte ich, nicht nur aufgrund der hiesigen Preise, Beef Jerky mal selbst herstellen. Vor einer Woche hatte ich im Supermarkt schon eine Tüte mit in Streifen geschnittenem Rentierfleisch gesehen. Da Beef Jerky traditionellerweise auch aus Wildbret hergestellt wurde, bot sich ein erster Versuch mit Rentierfleisch an. Grundsätzlich wird das Fleisch für Beef Jerky entlang der Faser in dünne Streifen geschnitten, mehrere Stunden in einer Marinade eingelegt und dann getrocknet. Wir verwenden hierfür unser Dörrgerät, aber das Trocknen soll auch im normalen Ofen möglich sein. Dafür sollte die Temperatur möglichst gering sein und die Klappe des Ofens einen Spalt offen stehen.

Im Internet gibt es Unmengen an Beef Jerky Rezepten, und so habe ich mir eine lecker klingende Rezeptur für die Marinade herausgesucht. Alles weitere in Bildern…

Die Marinade für 500g Fleisch besteht aus: 200ml süßer Sojasauce, 1 EL Ahornsirup, 1 TL Salz, 1/2 TL Pfeffer, 1/2 TL geriebenem Ingwer und 1/2 TL gehacktem Knoblauch
500g schon in Scheiben geschnittenes Rentierfleisch
Das Fleisch habe ich über Nacht, ca. 16 Stunden, in der Marinade eingelegt.
Nach dem Einlegen wurde das Fleisch auf Küchenpapier ausgebreitet und abgetupft. Je feuchter das Fleisch ist, desto länger dauert das Dörren.
Zuerst wurde für eine Stunde bei 70 Grad und dann 5 Stunden bei 40 Grad gedörrt. Die Stücken haben wir nach ein paar Stunden gewendet. Nach dem Dörren ist das Fleisch nicht mehr weich, aber auch nicht so hart und spröde, dass es leicht bricht.
Fertig – falls der Weihnachtsmann mal hungrig ist. Extrem lecker!

Das Beef Jerky Selbermachen war ein voller Erfolg. Es schmeckt sehr lecker. Das halbe Kilo Rentierfleisch plus die Marinade haben 250 Gramm Jerky ergeben. Man kann hier sparen im Vergleich zum gekauften Jerky, allerdings zählt für mich mehr die Tatsache, dass ich den Geschmack beeinflussen kann, ganz zu schweigen von dem E- und Zusatzstoffkrams.

 

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