Bastelspaß und Guerillagardening #2: Insektenhotel

Ein Insektenhotel ist nicht nur ein Bastelspaß für große und kleine Kinder, es dient vor allem als Nist- und Überwinterungshilfe für die wichtigen Insekten in unseren Gärten. Denn ohne Insekten sieht es trübe aus für Beet, Wald und Flur. Und also für den Menschen. Je nach Gestaltung ist ein Insektenhotel eine chaotische Bruch- oder eine große Nobelbude, die im besten Falle auch als Dekoration im Garten eingesetzt werden kann. Mein Exemplar ist wohl mehr Jugendherberge als eine Fünf-Sterne-Bleibe. Aber Spaß hat’s gemacht! Und weil wir gerade keinen eigenen Garten in der Nähe haben, haben wir die krabbelige Jugendherberge einfach als Guerilla-Projekt in einem kleinen Park in der Stadt angebracht.

Warum sind Insektenhotels eine gute Sache?

Insekten sind ziemlich tolle Gesellen. Sie sind für das ökologische Gleichgewicht unerlässlich und für HobbygärtnerInnen daher kostenlose, zeitsparende und effektive Schädlingsbekämpfer. Viele Pflanzen sind außerdem auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Und damit auch der Mensch, der von der Vermehrung der Pflanzen lebt. Für Naturliebhaber und Neugierige allen Alters sind viele Insekten auch sehr schön anzusehen und zu erforschen.

Insektenhotel_Bestandteile
Für unser Hotel haben wir Steine, Zweige, Rinde, Fichtenzapfen, Bucheckern und etwas Gras in einer Holzkiste verstaut. Außerdem kleine Röhrchen (siehe nächstes Bild) und drei flache Konservendosen als Halterungen in der Kiste.

Wie baut man ein Insektenhotel?

Generell kann man seiner Kreativität beim Bau von Insektenhotels freien Lauf lassen. Es gibt sie in verschiedenen Formen, Größen, im Baum hängend, an der Wand angebracht oder als selbststehende Insektenwand. Manche sind rund, manche eckig, manche haben Dächer als Witterungsschutz (immer zu empfehlen). In jedem Fall aber werden vor allem Naturmaterialien eingesetzt, zum Beispiel Holz in Form von Stöckchen, Baumscheiben, Rinde oder Holzwolle. Heu, Stroh, Steine, Fichtenzapfen und viele andere natürliche Materialien funktionieren auch ganz wunderbar. Besonders beliebt ist alles, was innen hohl ist, wie zum Beispiel Schilf- oder Bambus-Rohre. Auch Holunderzweige können wegen ihres weichen Marks gut zu Röhren umgebaut werden. Neben Holz können auch Blumentöpfe aus Ton oder Metallteile verwendet werden.

Japanischer_Staudenknoeterich
Statt Schilf- oder Bambus-Röhrchen sind uns diese Exemplare hier begegnet. Ich vermute, dass es sich um den nicht unproblematischen Japanischen Staudenknöterich handelt, der sich gerade rasant in der Welt ausbreitet. Um die Pflanze herum lagen viele gut abgelagerte Röhrchen, die ich eingesammelt habe.

Der Sinn des Ganzen ist es, möglichst viele gemütliche Schlupflöcher, Sofaecken und Höhlen für die Insekten zu schaffen, die sich dann wohlfühlen und in den Brutröhren freudig mehren sollen. Zu große Freiräume sollten im Hotel aber mit Heu, Stroh, Holzwolle, kleinen Steinen oder ähnlichem befüllt werden, damit es nicht so zieht.

Wegen ihrer Bedeutung bieten Naturschutzorganisationen wie der NABU sehr schicke Anleitungen zum Bau von Nisthilfen an. Sehr empfehlen kann ich auch, auf der Seite der Gartenakademie Rheinland-Pfalz oben links nach „Insektenhotel“ zu suchen. Die Anleitung erscheint dann gleich als erstes als PDF-Datei.

Kinderspaß
Klein Hinterwäldler ist noch zu jung um aktiv mitzubasteln. Aber das Sammeln, Befühlen, Ausprobieren und Sortieren der Materialien hat ihm sichtlich Spaß gemacht. Leider auch das Herauszuppeln, nachdem schon alles in der Box verstaut war. :)

Und wer zieht ein?

Je nach Standort, umgebenden Pflanzen und Art der Behausung zählen verschiedene Käfer (Marienkäfer, Holzkäfer, Laufkäfer usw.), Fliegen, Bienenarten (Löcherbienen, Maskenbienen, Pelzbienen, Mauerbienen, Seidenbienen, Wollbienen) und verschiedene Wespenarten zu den Stammgästen. Die Seite Luxus-Insektenhotel.de gibt einen schönen Überblick über die Bewohner und deren Ansprüche. Auf Wildbienen.info gibt es interessante Detailaufnahmen von der Einrichtung von Wildbienennestern in den Röhrchen.

Wo kann ich mein Insektenhotel anbringen?

Wie alle Kinder brauchen auch die von Insekten Wärme, Nahrung und ein trockenes Zuhause. Der ideale Standort ist also überall dort, wo es genügend Sonne und wenig Witterung gibt. Pflanzen sollten natürlich auch in der Nähe sein.

Insektenhotel_Installation
Angebracht haben wir das Hotel in einem kleinen Park im Zentrum. Der nächste Kindergarten ist nur ein paar Schritte entfernt, sodass wir hoffen, dass die Kiste bald auch von ein paar Kindern entdeckt wird. Während der Installation wurden wir schon von einer Familie angesprochen, die sich im Vorbeispazieren für das Hotel interessiert hat. Sicherlich hätte das Hotel noch geschützter angebracht werden können. Zumindest wendet es dem üblichen Westwind Seite und Rücken zu.
Nygaardsparken
Und so sieht der Park beim Frühlingserwachen aus. Ich bin dort sehr gern unterwegs.

 

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